Foto: Holger Kummerow

Die Rats- und Pfarrkirche St. Nikolai ist eine der beeindruckendsten Kirchen der norddeutschen Backsteingotik. Sie war Mittelpunkt des öffentlichen Lebens auch in politischen und wirtschaftlichen Belangen, Repräsentationsbau des Rates, Versammlungsort der Zünfte und Kaufmannschaften. Als Mittelpunkt des geistigen Lebens überwältigte sie die Menschen mit ihren architektonischen Dimensionen und ihrer prachtvollen Ausstattung.

Dank der Wiederherstellung großer Teile der originalen Architekturfarbigkeit gewinnt der Besucher heute Einblick in die Gestaltung dieser mittelalterlichen Kathedrale, die vom einstigen Reichtum der Hansestadt Stralsund zeugt. Ursprünglich war der Bestand an Bildwerken weitaus größer. 56 Nebenaltäre – gestiftet vom Rat der Stadt, von Kaufmannschaften, Zünften, Bruderschaften oder Familien – beherbergte St. Nikolai bis zur Reformation. Heute sind davon noch sieben mittelalterliche und der barocke Hauptaltar in der Kirche erhalten. Zur Ausstattung gehören darüber hinaus einige Gestühle und zum Teil einzigartige Bildwerke. Dazu kommen moderne sakrale Kunstwerke, die in einen faszinierenden Dialog mit der mittelalterlichen Bild- und Formensprache treten.